Fango

Anwendungen mit Fangoprodukten sind schon lange etabliert in der Physiotherapie, denn sie fördern die Durchblutung, lindern Schmerzen und lösen nachhaltig Verspannungen der Muskulatur.

Die heilende Wärme der Fango Packung
Eine Wärmetherapie mit Fango Packung verbessert die Durchblutung, entspannt die Muskulatur und kann wirksam Schmerzen beseitigen. Ideale Anwendungsgebiete sind Rheuma und Rückenschmerzen sowie leichtere Sportverletzungen.

Der mineralische Fangoschlamm dient bereits seit Jahrhunderten als natürliches Heilmittel und zählt zu den nachweislich wirksamsten Kuranwendungen. Neben dem anhaltenden Wärmereiz fördert Fango die Zellaktivität und beschleunigt den Stoffwechsel. Die Behandlung erfolgt in Form von Umschlägen, Bädern oder Packungen.

Positive Effekte zeigt die Fango Packung vor allem bei Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, chronischen Harnwegserkrankungen, Ischiasbeschwerden und Neuralgien sowie Atemwegsbeschwerden. Heißer Fango entsteift nachhaltig die Gelenke, entspannt die Muskeln und fördert die Durchblutung. Sogar verhärtetes Narbengewebe lässt sich durch Fango spürbar lösen. Optimale Wirkung entfaltet die Wärmebehandlung in Kombination mit einer anschließenden Massage.

Eine Fango Behandlung dauert zwischen 20 und 40 Minuten. Sie leitet die Wärme bis zu 3 Zentimeter tief in den Körper. In der Zusammensetzung unterscheiden sich Naturfango und sogenannter Para-Fango. Dieser enthält neben Vulkanerde und Meeresschlamm zusätzlich Paraffinwachs, was ihn sowohl kostengünstiger als auch vielseitig einsetzbarer macht als Naturschlamm.

Dank ihrer tief reichenden Wärmewirkung regt die Fango Packung den gesamten Organismus an. Falls Sie an Bluthochdruck oder einer Herzschwäche leiden, ist es daher sinnvoll, vor dem Beginn einer Wärmetherapie den Rat eines Arztes einzuholen. Vorsicht auch bei akuten rheumatischen Schüben oder offenen Wunden. In diesen Fällen sollten Sie die Massage auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Neben der Wärmetherapie entfaltet Fango auch in kalter Form seine heilende Kraft. Verschiedene Cremes, Gele oder Kompressen enthalten Fango und können dadurch effektiv Prellungen oder leichte Muskelzerrungen lindern. Vor allem Sportler schätzen hier die gefäßverengende und schmerzstillende Wirkung des Fango.

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Definition nach Wikipedia

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Vulkanische Thermalquelle mit Schlamm-Anreicherung auf Island
Fango (italienisch fango, Plural fanghi: Schlamm, Schmutz, heilender Schlamm) ist ein Mineralschlamm vulkanischen Ursprungs.

Obwohl ähnlich in Anwendung und Wirkungsweise, werden aufgrund unterschiedlicher Aufbereitung und Zusammensetzung grundsätzlich zwei Arten von Fango unterschieden: organischer / anorganischer Fango.

Inhaltsverzeichnis
1 Der organische bzw. gereifte Fango
2 Der anorganische Fango
3 Anwendung
4 Anwendungsgebiete
5 Wirkung
6 Wärmepackung mit Fangozusatz

Der organische bzw. gereifte Fango [Bearbeiten]
Italien gilt als das Ursprungsland des Fangos und nimmt somit auch eine Sonderstellung ein. Historische Quellen belegen, dass schon römische Legionäre die Heilkräfte des vulkanischen Heilschlamms zu schätzen wussten. Der italienische Fango setzt sich aus 3 Komponenten zusammen: Thermalwasser, Fangoschlamm (Lehm bzw. Ton) und der Zugabe von Algen und Mikroorganismen, welche für den biologischen Reifeprozess (Maturation) verantwortlich sind. Dieser Reifeprozess dauert mindestens 60 Tage an.

Eine Sonderstellung nimmt die wohl bekannteste Fangoregion Italien ein, die Euganeischen Hügel bzw. das Euganeische Becken, mit seinen Kurorten Abano, Montegrotto, Galzignano und Battaglia. Diese Region wird mit einem besonderen Thermalwasser versorgt, dessen Quellen in den Alpen entspringen und sich dann ihren Weg unterirdisch durch die verschiedensten Gesteinsschichten bis in die Ebene des Euganeischen Beckens suchen um dort als Artesischer Brunnen an die Oberfläche zu gelangen.

Das Thermalwasser ist salz-, iod- und bromhaltig und hat eine Ausgangstemperatur von 80 bis 85°C. Mit dieser Temperatur wird das Wasser permanent über die mit dem Fangoschlamm gefüllten Reifebecken geleitet, was wiederum den Reifeprozess der Algen und Mikroorganismen begünstigt. Der Fangoschlamm wiederum wird direkt aus dem Euganeischen Becken gewonnen und besteht aus hellblauem Naturlehm (Aluminiumsilikat).

Ist der entsprechende Reifegrad erreicht, wird der Fango portionsweise in Eimer durch speziell geschultes Personal (italienisch: fanghini) entnommen und für die therapeutischen Zwecke eingesetzt. Nach der Anwendung wird der Fango wiederverwertet, d. h. er wird in die Reifebecken rückgeführt und der Reifeprozess beginnt von neuem. Diese Art der Fangoaufbereitung ist sehr platz- und lohnintensiv.

Platzintensiv deshalb, weil durch den langen Reifeprozess mehrere Becken vorhanden sein müssen, die wiederum den wechselnden Zyklus der Fangoentnahme gewährleisten müssen. Lohnintensiv deshalb, weil bei dieser Form der Aufbereitung ein Großteil der Arbeiten in Handarbeit durchgeführt wird.

Im deutschsprachigen Raum wird die Fangoaufbereitung seit Jahrzehnten maschinell mit einer speziell dafür entwickelten Aufbereitungstechnik durchgeführt.

Die übrigen italienischen Kurorte nutzen ihr eigenes, ortsgebundenes Thermal-, bzw. Mineralwasser. Dieses erreicht jedoch nicht die hohe Temperatur des Thermalwassers aus dem Euganeischen Becken. Der Fangoschlamm wird aus einem Gesteinsmehl hergestellt, welches von auswärts eingeführt wird. Anzuführen wären hier z. B. Montecatini in der Toskana und Castel San Pietro in der Emilia-Romagna.

Der anorganische Fango [Bearbeiten]
Im restlichen Europa, explizit im deutschsprachigen Raum wird bei der Aufbereitung des Fangos auf den Reifeprozess verzichtet. Hier sind die Zusammensetzung der Mineralien und die thermophysikalischen Eigenschaften maßgeblich für die Wirkungsweise des Fangos.

Ausgangsprodukt des Fangos ist ein Vulkangestein, welches in Deutschland u. a. in Bötzingen am Kaiserstuhl (Phonolith) und in Bad Neuenahr im Bereich des Laacher Sees, in Österreich in der Region Steirisches Vulkanland, sowie in der Schweiz in Schwefelberg-Bad abgebaut wird.

Das Vulkangestein wird gebrochen, erhitzt und dann feinst aufgemahlen, beziehungsweise im Schwefelwasser mitgeführt und durch Sedimentierung in Reservoirs gewonnen (Schwefelberg-Bad).

Hierbei handelt es sich um ein anorganisches Naturprodukt, welches an seinem jeweiligen Bestimmungsort mit ortsgebundenen Brauch-, Mineral- oder Thermalwasser aufgemischt wird.

Jede Schlammpackung wird nur einmal verwendet und der verbrauchte Fango wird anschließend umweltgerecht entsorgt. Aufgrund seiner in ihm enthaltenen Mineralstoffe ist er geeignet für eine ökologische Rückführung in den Gartenbau, in die Landwirtschaft, sowie zur Kompostierung.

Anwendung [Bearbeiten]
Vor der Anwendung wird das Gesteinspulver mit Wasser zu einem homogenen Brei aufgemischt, dieser auf eine Temperatur von 45 bis 50 °C erhitzt und als so genannte Schlammpackung in einer Schichtdicke von etwa 3 cm auf die erkrankten Bereiche des Körpers aufgetragen. Anschließend wird der Körper zwecks optimaler Wärmespeicherung in Folie, Leinentücher oder Wolldecken eingehüllt. Die Anwendungsdauer solch einer Behandlung liegt zwischen 20 und 40 Minuten, wobei die Wärme des Fangos in das tief liegende Gewebe eindringen kann und dieses somit lang anhaltend und wirkungsvoll erwärmt.

Die Heilwirkung von Fango in Kombination mit Massagen und Bewegungstherapie ist wissenschaftlich belegt.

Anwendungsgebiete [Bearbeiten]
Bindegewebs- und Muskelrheumatismus
Chronisch rheumatische Gelenkerkrankungen
Hexenschuss, Ischialgie, Rücken-, Schulter- und Nackenschmerzen
Spasmen glattmuskulärer Organe
Traumatische Kontusionen und Distorsionen
Sehnenscheidenentzündung
Menstruationsbeschwerden
Muskelverhärtung
Neurodermitis
Schuppenflechte
Ekzeme

Wirkung [Bearbeiten]
Förderung der Durchblutung
Linderung von Schmerzen
Entspannung der Muskulatur
Lockerung des Bindegewebes
Stärkung des Immunsystems
Ausschüttung von Betaendorphin und des ACTH

Wärmepackung mit Fangozusatz [Bearbeiten]
Aus Kostengründen ist man z. T. dazu übergegangen, Paraffinfangopackungen zu verwenden. Ausgangsstoff hierzu ist ein Paraffinwachs, welcher mit einem natürlichen Peloid, z. B. Fango oder Moor versetzt wurde. Diese Packungen sind kostengünstiger, da sie mehrfach verwendbar sind und man ggf. auf die anschließende Dusche verzichten kann. Sie haben jedoch in Bezug auf Modellierfähigkeit und thermophysikalische Eigenschaften klare Defizite gegenüber dem Naturfango.

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